Zwangsräumungen Stoppen http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de Veranstaltungstour vom 01.09. - 07.9.2012 Thu, 13 Sep 2012 14:45:28 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Veranstaltung in Hamburg als MP3 http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/13/veranstaltung-in-hamburg-als-mp3/ http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/13/veranstaltung-in-hamburg-als-mp3/#comments Thu, 13 Sep 2012 14:45:28 +0000 Administrator Allgemein http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/13/veranstaltung-in-hamburg-als-mp3/ Alle, die es nicht geschafft haben, zu einer der Veranstaltungen zu gehen, können sich hier eine Aufnahme der Veranstaltung in Hamburg als MP3 runterladen. Danke an FSK für die Bereitstellung des Aufnahmegerätes!

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Leerstand zu Wohnraum in Sevilla http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/09/leerstand-zu-wohnraum-in-sevilla/ http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/09/leerstand-zu-wohnraum-in-sevilla/#comments Sun, 09 Sep 2012 21:09:55 +0000 Administrator Allgemein http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/09/leerstand-zu-wohnraum-in-sevilla/

In der Provinz Sevilla sind zwischen 2010 und 2011 ca 6000 Familien aus ihren Wohnungen geräumt worden, während geschätzte 118 000 Häuser leerstehen.
Weil diese Situation nicht länger tragbar ist, haben 5 Familien am Donnerstag dem 30 August ein leerstehendes Haus in Sevilla besetzt.
Auf ihrer Homepage erklären sie:
„Wir haben uns entschieden, dass wir nicht zulassen werden, dass unsere Familien für die aktuelle ökonomische Krise zahlen. Wir werden nicht auf der Straße schlafen, während es tausende von leerstehenden Wohnungen gibt. Deshalb haben wir beschlossen, uns in dem Gebäude einzuquartieren, das seit einigen Jahren leersteht, und das vor dem Hintergrund der aktuellen ökonomischen Entwicklung noch lange Zeit lehrstehen wird.“
Das Haus, dem die Besetzer_innen den Namen „Corrala la Alegría“ gegeben haben, befindet sich im Besitz der Firma „Inversiones Plaza Nueva”, die für den Kauf einen Kredit in Höhe von 2.084.333 Euro bei der im Juli verstaatlichten Bank Bankia aufgenommen hat. Während sich Finanzinstitute in Spanien bei Privathaushalten wenig zimperlich zeigen und bereits nach einer nichtgezahlten Rate für eine Hypothek ein Vollstreckungsverfahren einleiten, gewährte Bankia der Firma bereits dreimal einen Zahlungsaufschub. Nach Angaben der Besetzer_innen müsste die Firma, um keine Verluste zu machen, die Wohnungen zu einem Quadratmeterpreis von 4300 Euro verkaufen – was angesichts von durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 2200 Euro für Eigentumswohnungen im Stadtteil absolut unrealistisch ist. Inversiones Plaza Nueva behauptet, das Haus in ein Hostel umwandeln zu wollen – laut Angaben der Besetzer_innen ist aber auch das unrealistisch, denn einen solchen Umbau beantrage das Unternehmen von der Stadtregierung schon seit Jahren. Das Haus sei von der Gebäudestruktur her nicht als Hostel geeignet, ein Umbau würde sich daher nicht rechnen. Von daher gehen die Besetzer_innen davon aus, dass es sich bei der Immobilie letztenendes um ein toxisches Wertpapier für Bankia handelt. Inversiones Plaza Nueva hat indes Anzeige erstattet, um eine baldige Räumung des Hauses zu erwirken.
Die Besetzer_innen leben alle unter den extrem prekären Bedingungen, die die Krise für Millionen von Spanier_innen bedeutet: Sie sind arbeitslos, oder haben Jobs, die aber so schlecht bezahlt werden, dass sie sich davon keine Wohnung leisten können. Sie selbst oder ihre Familien sind von Zwangsenteignungsverfahren in Folge von nichtgezahlten Raten für Hypotheken betroffen, und leben mit der latenten Drohung, gar kein Dach mehr über dem Kopf zu haben. “Es ist obszön, dass tausende Familien unter der Last von maßlosen Hypotheken oder überhöhten Mieten erstickt werden, während das einfache Überleben jeden Tag schwieriger wird,“ so die Besetzer_innen. Sie erklären, dass sie bereit sind, Miete zu zahlen, aber eine Miete, die abhängig von ihrem Einkommen ist. Darüber hinaus fordern sie, dass der Zugang zu Wohnraum erleichert und das Recht auf Wohnraum für alle durchgesetzt wird.

Quellen:
http://www.diagonalperiodico.net/El-nuevo-edificio-ocupado-en.html

http://www.elcorreoweb.es/sevilla/152558/edificio/ocupado/calle/feria/bankia/iba/hostal

http://www.emartv.es/2012/09/05/el-derecho-a-la-vivienda-debe-alcanzarse-igual-que-en-su-dia-se-consiguio-el-acceso-a-la-sanidad-o-la-educacion/#.UEeA74lf1_c.blogger

http://corrala-alegria.blogspot.com.es

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AK-Artikel über Bewegung gegen Zwangsräumungen http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/04/ak-artikel-ueber-bewegung-gegen-zwangsraeumungen/ http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/04/ak-artikel-ueber-bewegung-gegen-zwangsraeumungen/#comments Mon, 03 Sep 2012 23:18:26 +0000 Administrator Allgemein http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/09/04/ak-artikel-ueber-bewegung-gegen-zwangsraeumungen/ Analyse und Kritik ist im April ein Artikel über die Bewegung gegen Zwangsräumungen erschienen. Alle, die noch kein Abo haben oder die Ausgaben zu Hause nicht ordentlich archivieren können ihn hier noch mal nachlesen]]> In der Zeitschrift Analyse und Kritik ist im April ein Artikel über die Bewegung gegen Zwangsräumungen erschienen. Alle, die noch kein Abo haben oder die Ausgaben zu Hause nicht ordentlich archivieren können ihn hier noch mal nachlesen

Breiter Widerstand gegen Zwangsräumungen in Spanien

Die Afectados de la Hipoteca wehren sich gegen die Banken

Von Florian Kasiske

Ein Leben lang Miete zahlen müssen? Warum nicht gleich eine Wohnung kaufen? Und anstatt Miete jeden Monat Raten an die Bank zahlen, mit dem Ergebnis, dass einem die Wohnung irgendwann gehört? Diese Überlegungen trieben bis ins Jahr 2008 viele Menschen in Spanien dazu, einen Kredit für den Kauf einer Wohnung aufzunehmen. In Werbespots wurde behauptet, dass der Wert von Immobilien niemals fallen sondern nur steigen könne. Bis zum Beginn der Krise gab es in Spanien einen Bauboom: Im Jahr 2007 wurden dort so viele neue Wohneinheiten gebaut wie in ganz Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Der Bauboom war gleichzeitig die Voraussetzung für das spanische Wirtschaftswachstum. 20 Prozent der Wirtschaftsleistung entfielen auf den Bausektor und damit verbundene Industriezweige.

Das Platzen der Immobilienblase brachte, zusammen mit der weltweiten Wirtschaftskrise, verheerende soziale Konsequenzen mit sich. Die Arbeitslosigkeit stieg rasant. (siehe Kasten) Ohne Job konnten diejenigen, die einen Kredit für den Kauf einer Wohnung aufgenommen hatten, die Raten nicht mehr zahlen. Der Traum vom Eigenheim verwandelte sich seitdem für Hunderttausende Familien zum Alptraum. Wenn jemand die monatlichen Raten nicht mehr bezahlen kann, leitet die Bank ein Vollstreckungsverfahren ein, bei dem die Wohnung versteigert bzw. der Bank überschrieben wird – wegen der drastisch gesunkenen Immobilienpreise geschieht das zu einem Preis, der in der Regel bei 60 Prozent des ursprünglichen Wertes liegt.

Die Folge ist, dass die Betroffenen nicht nur aus ihrer Wohnung geschmissen werden, sondern auch auf einem Berg von Schulden sitzen bleiben, den sie niemals abbezahlen können. (In Spanien gibt es nicht die Möglichkeit der Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung.) Hinzu kommt, dass Bürgen in die Pflicht genommen werden, also meistens Familienangehörige oder enge Freunde. Mittlerweile sind Zwangsräumungen in Spanien zum Massenphänomen geworden. Allein im Jahr 2011 wurden 58.241 Haushalte auf die Straße gesetzt.

Der Widerstand begann in Barcelona

Um etwas gegen dagegen zu unternehmen, gründete sich im Jahr 2009 in Barcelona die Plataforma por los Afectados de la Hipoteca (PAH – Plattform für die Betroffenen der Hypothek). Hauptanliegen war es zunächst, Betroffene über juristische Hilfe und politischen Druck bei ihren Verhandlungen mit den Banken zu unterstützen. Mit der Zeit entstanden in vielen anderen Städten Kataloniens und ab 2011 in ganz Spanien lokale PAHs – inzwischen gibt es in über 50 Städten Plataformas. Vielerorts beschäftigen sich auch diverse andere Initiativen und Organisationen mit der Problematik.

Eine zentrale Forderung der PAH ist die Dación en pago – diese bedeutet, dass die Bank, bei der der Kredit aufgenommen wurde, die Wohnung überschrieben bekommt und dafür sämtliche Schulden erlassen werden. Außerdem sollen die betroffenen Familien zu einer Miete, die maximal 20 bis 30 Prozent ihres Einkommens entspricht, in der Wohnung wohnen bleiben können. Diese Forderung konnte durch die PAH in vielen Einzelfällen in Verhandlungen mit Banken durchgesetzt werden. Das Ziel ist aber, die Dación en pago gesetzlich festzuschreiben. Dafür hat die PAH eine Gesetzesinitiative gestartet – damit über den Gesetzentwurf im spanischen Parlament beraten wird, müssen bis November 2012 500.000 Unterschriften gesammelt werden. Das Ziel ist dabei vor allem, die Forderung in die Öffentlichkeit zu bringen und mit dem Einsammeln von einem Vielfachen der erforderlichen Unterschriften ein Zeichen zu setzen. Weiterhin fordert die PAH, dass sämtliche der mittlerweile fünf bis sechs Millionen leerstehenden Wohneinheiten in Sozialwohnungen umgewandelt werden – d.h. wie oben beschrieben einkommensabhängig vermietet werden. Zentrales Argument ist dabei, dass Wohnraum keine Ware sein darf, sondern ein Recht ist.

Ziviler Ungehorsam: Banken und Häuser werden besetzt

Ein wichtiges Mittel für die politische Arbeit der PAH ist der zivile Ungehorsam. So werden z.B. Banken besetzt, um bei Verhandlungen Druck auszuüben. Im November 2010 stellten sich in Barcelona das erste Mal Hunderte von UnterstützerInnen der Polizei in den Weg und konnten so die Räumung einer Familie verhindern. Auf diese Weise konnten mittlerweile mehr als 110 Räumungen in letzter Minute abgewendet werden. Die Reaktionen der Staatsmacht sind sehr unterschiedlich – während z.B. in Madrid die Polizei mittlerweile härter durchgreift, zieht sie sich in Katalonien häufig zurück.

Noch einen Schritt weiter gehen Betroffene in Barcelona und dem in der Nähe gelegenen Terrassa: Dort besetzten Familien, unterstützt durch die PAH, mehrere leerstehende Häuser. In Terrassa konnten für die BesetzerInnen mittlerweile Mietverträge zu Sozialwohnungskonditionen ausgehandelt werden. Von Bedeutung war auch das Auftauchen der Bewegung 15M, die ab Mai 2011, angelehnt an die arabische Revolution, überall im Land zentrale Plätze besetzte. Diese hat sich mittlerweile vielerorts in Stadtteil- bzw. Stadtversammlungen organisiert, die wichtige BündnispartnerInnen der PAH sind und einen Beitrag zu den Mobilisierungserfolgen bei der Verhinderung von Räumungen leisten.

Die PAH treibt Prozesse der Selbstermächtigung und der Organisierung von Leuten voran, die am krassesten von gesellschaftlichen Ausschlüssen infolge der Wirtschaftskrise betroffen sind. Ein großer Teil der in der PAH organisierten Afectados sind MigrantInnen, vor allem aus Lateinamerika, aber auch aus afrikanischen Ländern. Die Erfahrung von Solidarität und der Erfolg einer verhinderten Räumung führen dazu, dass viele weiter aktiv bleiben. Der erste Schritt ist oft die Einsicht, mit der eigenen Situation nicht alleine zu sein. Durch die Bewegung konnte der herrschende Diskurs verändert werden: Räumungen werden nicht mehr als selbstverschuldet wahrgenommen, sondern als Ergebnis des Betrugs und der Bereicherung der Banken. Betroffene überwinden das Gefühl von Machtlosigkeit und entwickeln ein kämpferisches Bewusstsein.

Erschienen in: ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 571 / 20.4.2012

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Veranstaltungstermine http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/08/13/veranstaltungstermine/ http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/08/13/veranstaltungstermine/#comments Mon, 13 Aug 2012 15:17:33 +0000 Administrator Termine http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/08/13/veranstaltungstermine/ Samstag, 01.09. Berlin 18:00 Uhr, Gecekondu, Admiralstr. 1-2, Berlin-Kreuzberg (gegenüber vom „Südblock“)
Sonntag, 02.09. Rostock 20:00 Uhr, Peter-Weiß-Haus
Montag, 03.09. Hamburg 20:00 Uhr, Aula der Ganztagsschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Straße 12
Mittwoch, 05.09. Düsseldorf 20:00 Uhr, Linkes Zentrum
Donnerstag, 06.09. Bochum 19:30 Uhr Soziales Zentrum
Freitag, 07.09. Hanau 19:30 Uhr, AKZ Metzgerstraße
Samstag, 08.09. Marburg

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Veranstaltungstour zur spanischen Bewegung gegen Zwangsräumungen http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/08/02/erster-eintrag/ http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/08/02/erster-eintrag/#comments Thu, 02 Aug 2012 17:06:17 +0000 Administrator Allgemein http://zwangsraeumungenstoppen.blogsport.de/2012/08/02/erster-eintrag/ Die Krise in Spanien nimmt immer dramatischere Ausmaße an: Jeden Tag werden derzeit 517 Haushalte aus ihren Wohnungen geräumt, weil sie infolge von Arbeitslosigkeit die Raten für die Tilgung der Hypothek nicht mehr bezahlen können. Während bis zu 6 Millionen Wohnungen leer stehen, sind seit 2008 rund 400 000 Haushalte auf die Straße gesetzt worden!

Zum Hintergrund: Der Anteil von Mietwohnungen am gesamten Wohnungsbestand liegt in Spanien bei lediglich 10%. Daher ist es die Regel, dass auch NormalverdienerInnen Kredite aufnehmen, um eine Wohnung zu erwerben. Für die geräumten Familien ist die Situation ein real gewordener Alptraum: Die Zahlungsunfähigkeit führt dazu, dass sich die kreditgebenden Banken ihre Wohnungen aneignen – da der Wert der Wohnungen mit dem Platzen der Immobilienblase massiv gesunken ist zu einem Bruchteil des ursprünglichen Kaufpreises. Die Betroffenen verlieren nicht nur ihr Dach über dem Kopf: Da es in Spanien keine Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung gibt, bleiben sie auch noch auf einem Berg von Schulden sitzen, den sie niemals im Leben abbezahlen können!

Aber immer mehr Menschen wehren sich gegen diese Situation: Im ganzen Land wurden mittlerweile mehrere hundert Zwangsräumungen verhindert, weil sich NachbarInnen gemeinsam der Polizei in den Weg gestellt haben. Die Betroffenen und ihre UnterstützerInnen üben Druck auf die Banken aus, damit sie weiterhin in ihren Wohnungen wohnen bleiben können. In einigen Städten sind obdachlos gewordene Familien dazu übergegangen, Häuser zu besetzen. Parallel läuft derzeit eine Gesetzesinitiative, die die Entschuldung und das Behalten der Wohnung bei einer einkommensabhängigen Miete regeln soll.

Mitglieder der Plataforma de los Afectados por la hipoteca (Plattform der Betroffenen der Hypothek) werden am vom 1.9. – 07.09. auf Veranstaltungen in Berlin, Rostock, Hamburg, Bochum, Düsseldorf und Hanau ausführlich über die Situation und den Widerstand berichten.

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